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Joris Verdin Französische Orgelmusik im 19. Jahrhundert – ein Essay
Het ORGEL 113 (2017), nr. 4, 28-39 [Zusammenfassung]



Das 19. Jahrhunder hat viele Gesichter. Das kommt natürlich daher, dass sich unglaublich viel verändert hat zwischen dem Beginn des Konsulats (1799) und dem Beginn des Ersten Weltkrieges, zwischen dem Konkordat von 1801 und der Trennung von Kirche und Staat 1905, zwischen Napoleon und Aristide Briand. Die Orgelmusik steht da nicht völlig losgelöst von. In diesem Essay werden einige allgemein geläufige Ideen über “das” 19. Jahrhundert anhand von Quellen aus der Zeit überprüft. Eine Anzahl von Standardwerken ist im Laufe des 20. Jahrhunderts aus dem Blickfeld verschwunden, man ist zu einfach davon ausgegangen, dass die Vorstellung von “dem” 19. Jahrhundert mit einer uniformen Wirklichkeit übereinstimmte. Es ist in diesem Kontext merkwürdig, dass der kritische Geist, der die Aufführung der Alten Musik begleitete, im letzten Jahrhundert nicht auf das Repertoire angewendet wurde, das im Jahre 2000 genauso weit entfernt war, wie die Musik von Bach anno 1900. Dieser Artikel behandelt einige Aspekte, die jeder für sich einen Einfluss auf die Wertschätzung und die Aufführung von einem Repertoire haben können, das innerhalb des musikalischen Spektrums des 20. Jahrhunderts eine bestimmte Färbung bekommen hat. Der Autor hat sich völlig an authentischen Quellen orientiert, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit der Sicherheit, dass diese nicht durch apokryphe Auffassungen beeinflusst sind. Diese capita selecta soll zwischen das Oeuvre der drei Gallionsfiguren Lefébure-Wely, César Franck und Charles-Marie Widor gesetzt werden. Das Ergebnis ist ein Essay, in dem gegensätzliche Standpunkte aus der betreffenden Periode unser heutiges Bild von dieser Musik aktualisieren können.




César Franck


Léfure-Wely


Charles-Marie Widor