Artikeln

Peter Ouwerkerk Orgelkultur in China
Het ORGEL 113 (2017), nr. 3, 42-47 [Zusammenfassung]



Wer sich in die chinesische Orgelkultur vertieft, erlebt eine Überraschung nach der anderen. Ein Beispiel: auf der Insel Gulangyu an der Südost-Küste von China, Teil der Stadt Xiamen, gegenüber Taiwan, befindet sich das größte Orgelmuseum der Welt, das Gulangyu Organ Museum. 2005 gegründet, besitzt das Museum mittlerweile mehr als hundert vorwiegend aus dem Westen importierte Orgeln in seinen Mauern, darunter ein großes dreimanualiges Instrument von 1909 der englischen Orgelfirma Norman & Beard.
Diese Art von Initiativen steht aber im krassen Gegensatz zu der Tatsache, dass in ganz China – die 1.373.639.072 Einwohner sind zu bedenken – momentan 15 (!) professionelle Organisten aktiv sind. Die Arbeitsperspektive für Organisten ist nicht groß.
Der chinesische Musikunterricht, wenn es um die westliche klassische Musik geht, scheint darauf ausgerichtet zu sein, den Schüler so gut als möglich den Lehrer imitieren zu lassen (der durchgehend im Westen ausgebildet wurde). Eigene künstlerische Entwicklung wird nicht angeregt und der Focus liegt nahezu ausschließlich auf einer fehlerlosen Spieltechnik.
Digitale, elektronische Orgeln sind in China sehr populär, gerade auch durch das Fehlen von Kirchenorgeln. Diese Popularität passt völlig zur Feststellung, dass Asiaten die westliche Kultur vor allem „imitieren“ wollen.
Die chinesische Orgelkultur hat Potential zum Wachstum. Die neue Orgelkultur im Fernen Osten kann die westliche Orgelwelt bereichern und vielleicht sogar selbst notwendige neue Impulse geben.



Video van Shiyu Xu


Beijing Konzerthaus Verbotenen Stadt


Masterclass Wolfgang Zerer