Artikeln

Cor van Wageningen ‘Meist liegt der Rhythmus in der Tiefe der kleineren Notenwerte’. Tempo bei Reger
Het ORGEL 112 (2016), nr. 6, 14-21 [Zusammenfassung]



Häufig werden Regers Metronomangaben und die stark davon abweichenden Modifikationen durch Karl Straube als Quelle für die Interpretation seiner Tempi gebraucht. Aber dies stellt nicht die einzige Quelle dar. Dem Autor nach hat Reger eine frei konsistente, aber höchstpersönliche Systematik im Verhältnis zwischen Tempo und italienischen Tempoandeutungen entwickelt. In diesem Artikel lässt er deutlich werden, dass die italienischen Tempoangaben in den Werken Regers in Beziehung zu den kleinsten Notenwerten in dem betreffenden Stück stehen. Auch deutet er an, dass es möglich ist, nach Anleitung der italienischen Tempoangaben eine Metronomziffer-Skala zusammenzustellen, die nicht wie bei anderen Komponisten auf der Zähleinheit im Stück basiert, sondern in Beziehung zu den kleinsten Notenwerden steht. Der “überwiegend kleinste Notenwert”: das kann abhängig vom betreffenden Stück naturgemäß jeder Notenwert sein, von der Viertelnote in z.B. einer Fuge bis hin zu Zweiundreißigsteln in einem lyrischen Abschnitt oder in einem Passagenlauf.




Wageningen - Op 145 Detail Klick auf das Bild für eine Vergrösserung