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Jan Smelik Samuel de Lange jr. und der protestantische Kirchengesang
Het ORGEL 112 (2016), nr. 5, 36-43 [Zusammenfassung]



Der Name von Samuel de Lange jr. ist vor allem mit der “großen Musikkultur” verbunden. Wenn auch in sehr bescheidenem Maße, so ist De Lange doch auch auf dem Gebiet des Kirchenliedes, des Kirchengesangs und dem kirchlichen Orgelspiel aktiv gewesen. Er war als (Kirchen-)Organist an Kirchen in Rotterdam, Amsterdam und Den Haag tätig. In den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts beschäftigte De Lange sich auch auf andere Art und Weise mit dem Kirchengesang, die dazu mehr als lokale Bedeutung hatte. Wie der Nederlandse Protestantenbond Samuels Bruder Daniel de Lange (1841-1918) bei der Zusammenstellung der “Godsdienstige Liederen” hinzuzog, so baten die wallonischen Kirchen Samuel um Hilfe bei ihrer neuen Sammlung, die 1891 herausgegeben wurde: “Psaumes et cantiques pour le culte public des Eglises wallones”. De Lange schrieb für diese Sammlung verschiedenen vierstimmige Sätze zur Begleitung des Gemeindegesangs auf der Orgel oder für vokale mehrstimmige Aufführung. Dies umfasste einfache Sätze, die an das Ideal des 19. Jahrhunderts von der “wahren Kirchenmusik” anschlossen.
Umfangreicher war die Mitarbeit von Samuel de Lange jr. bei zwei Sammlungen der Nederduitse Gereformeerde Kerk in Südafrika. De Lange erstellte ein Choralbuch mit Sätzen zu den “Evangelische Gezangen”, die in Südafrika seit 1834 verwendet wurden. Interessanter war aber “Het Boek der Psalmen”, das 1895 in Kapstadt und 1899 in den Niederlanden herausgegeben wurde.
Für diese Sammlung komponierte De Lange nicht allein – gegen seine Wunsch – 29 neue Melodien als Ersatz für unsingbar erachtete Genfer Psalmmelodien, sondern De Lange erstellte auch eine modernisierte Notation der Psalmmelodien des 16. Jahrhunderts. Diese Notation erschien zu einem Zeitpunkt, als in der Nederlandse Hervormde Kerk beschlossen wurde, eine Sammlung mit einer modernen, praktischen Notation der Psalmmelodien zu erstellen. Diese Ausgabe besorgte J.G.R. Acquoy und erschien 1899. Vergleiche zwischen seiner und De Langes Notation lassen erkennen, dass letztgenannter eine fortschrittlichere und historisch verantwortungsvollere Notation bot.




Johannes Gerhardus Rijk Acquoy - Gemälde Sammlung Universität Leiden