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Gerben Budding Die acht Orgelsonaten von Samuel de Lange jr.
Het ORGEL 112 (2016), nr. 5, 16-25 [Zusammenfassung]



Das Orgelwerk von De Lange jr. besteht aus 24 Opusnummern und einer Anzahl von Werken ohne Opusnummer. Neben den acht Orgelsonaten handelt es sich vor allem um umfangreiche Präludien/Fantasien und Fugen, Variationswerke, Charakterstücke, ein Choralbuch und eine Pedalschule. Eine vollständige Werkübersicht ist zu finden unter www.stichtingdelange.nl.
Im Komponieren von De Lange jr. ist eine stilistische Entwicklung sichtbar. In den frühen Orgelwerken, wie z.B. den Sonaten I, II und III, hören wir deutlich den Einfluß von De Lange sr., der in der Tradition der sogenannten Leipziger Schule von Komponisten wie Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), Friedrich Schneider (1786-1853) und Carl Ferdinand Becker (1804-1877) stand. Gleichzeitig gab es in der Nachfolge von Mendelssohn unter den komponieren Organisten eine zunehmende Aufmerksamkeit für die Musik von Johann Sebastian Bach. In den Kompositionen finden wir die Orientierung an Bach in der Vorliebe für klassische Formen, wie z.B. Fuge und Kanon, wieder.
In den späteren Opusnummern von De Lange jr., wie z.B. den Sonaten V bis VIII, dem Concertstück opus 82 und 12 Praeludien und Fugen opus 90, finden wir auch Einflüsse von Johannes Brahms (1833-1897) und Franz Liszt (1811-1886).
Die acht Orgelsonaten von De Lange jr. wurden zwischen 1870 und 1903 bei deutschen und niederländischen Herausgebern verlegt. Im Artikel werden die Sonaten besprochen, wobei auch Aufmerksamkeit gewidmet wird, welchen Platz sie in De Langes Orgeleuvre einnehmen, wie sie sich zu anderen Orgelsonaten des 19. Jahrhunderts verhalten und was die Bedeutung von De Langes Orgeloeuvre innerhalbe der gesammten Orgelliteratur ist.
Die Sonaten I, II und III sind in der Periode entstanden, in der De Lange jr. Organist an der C.G.F. Witte-Orgel der Waalse Kerk in Rotterdam war. Sonate IV und V entstanden während seines Aufenthaltes in Köln als Organist und Theorielehrer am Kölner Konservatorium. Er freundete sich hier u.a. mit Johannes Brahms und Max Bruch (1838-1920) an. Erstgenanntem widmete er seine fünfte Orgelsonate. Die dem amerikanischen Organisten H. Clarence Eddy gewidmete vierte Sonate schrieb er wahrscheinlich anlässlich des 100. Konzertes Eddys auf der Orgel der Hershey School of Musical Art in Chicago. Sonate VI entstand in Den Haag, wo er sich intensiv mit den Orgelwerken von J.S. Bach beschäftigte und Organist der Remonstrantse Kerk war. Die Sonate VII und die Straube gewidmete Sonate VIII entstanden in Stuttgart, wo er Konservatoriumsdirektor war.
Nach der Besprechung der Sonaten geht der Autor auf die Aufführungspraxis der Orgelwerke von De Lange ein.