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Ulrich Matyl Johann Ludwig Krebs (1713-1780). Seine Bedeutung für die Orgelmusik des 18. Jahrhunderts
Het ORGEL 109 (2013), nr. 5, 4-14 [Zusammenfassung]



Johann Ludwig Krebs war Schüler von Johann Sebastian Bach, steht aber völlig in dessem Schatten. Dieses Bild ist dadurch entstanden, dass die Orgelkultur in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Verfall geriet. Es stellt sich jedoch die Frage, ob alle Orgelmusik aus dieser Periode als Äußerung dieses Verfalls angesehen werden muss. Besonders Berufsorganisten, darunter verschiedene Schüler von J.S. Bach, schrieben Orgelwerke, die lohnenswert sind. Krebs, der in Zwickau und Alteburg tätig war, war einer der wichtigsten. In seinen Präludien und Toccaten lehnt sich Krebs stark an die Vorbilder Bachs an. In seinen Trios mischt sich die alte polyphone Kunst mit dem empfindsamen Stil und dessen Betonung auf Oberstimmen. Den größten Teil von Krebs Orgelwerk bilden die beinahe neunzig Choralbearbeitungen. Doch wird diesem Repertoire im Verhältnis nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Aber gerade in diesen Werken gebraucht Krebs alle ihm zur Verfügung stehenden stilistischen Mittel und er bereichert die Musik mit theologischen Dimensionen. Die Choralbearbeitung “Wir glauben all an einen Gott” ist ein gutes Beispiel dafür, wie Krebs den Choraltext durch Mittel von rhetorischen Figuren in der Musik vertont.