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Hans-Jürgen Kaiser Franz Liszt und die Orgel
Het ORGEL 108 (2012), nr. 1, xx-xx [Zusammenfassung]



Das doppelte Jubiläum von Franz Liszt (2011 vor 200 Jahren geboren und vor 125 Jahren gestorben) ist ein guter Anlass, um aufs Neue sein Orgeloeuvre zu betrachten. Wer sich den Lebenslauf des Komponisten anschaut, der entdeckt, dass er sich während einer langen Periode fachmännisch mit der Orgel befasst hat, sowohl was Orgelbau als auch Interpretaion, Geschichte und Zukunft betrifft. Das Instrument was also sicher keine Nebensächlichkeit für ihn. Gegenwärtig liegt der Focus zu Unrecht auf nur drei seiner Orgelwerke: “Präludium und Fuge über B-A-C-H”, “Ad nos ad salutarem undam” und “Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen”, wovon besonders “Ad nos” ein einflussreiches, zentrales Werk in der Orgelliteratur ist. Neben diesen drei Werken hat Liszt freilich mehr für die Orgel geschrieben, darunter Transkriptionen von Werken von Bach, Chopin und von sich selbst.
Nicht allein nur diese Orgelwerke, sondern auch das Vorhandensein von Instrumenten, die eine Kombination von Orgel, Harmonium und Klavier darstellten, in seinen Arbeitszimmern in Weimar und Rom macht deutlich, dass man Liszt nicht einseitig als Klaviervirtuose charakterisieren sollte.
Es ist zu hoffen, dass das vollständige Oeuvre von Liszt, inklusive seiner kompletten Orgelwerke, wieder vermehrt aufgeführt wird und dass Interpreten und Zuhörer ihre Spiel- und Hör-Präferenzen immer wieder historisch-kritisch, auch in Bezug auf die Intention des Schöpfers, überprüfen und nicht den zeitlich vorherrschenden Trends erliegen.



Liszt-geboortehuis
Liszt-Geburtshaus

Orgel in Denstedt
Orgel in Denstedt

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Liszt Statue in Weimar Foto: Jan Smelik