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Reitze Smits Die wiedererstandene Der-Aa-Kerk-orgel: Ansatz für neue kreative Wege
Het ORGEL 108 (2012), nr. 1, 34-38 [Zusammenfassung]



In den vergangenen 50 Jahren ist viel in der niederländischen Orgelwelt passiert, wobei der Schatz an Groninger Orgeln sogar über die Landesgrenzen hinaus die Phantasie angeregt hat. Jetzt nach 50 Jahren scheint es manchmal, dass wir genau zu wissen meinen, welche Registrierungen, Tempi und Fingersätze wir gebrauchen müssen. Gemeinhin ist die Orgelwelt eine Bake von Ruhe und Ausgeglichenheit.
Es stellt sich jedoch auch die Frage, ob unsere Zuwendung zur Vergangenheit und deren Interpretation, mit dem Anspruch der größtmöglichen Annäherung, einen ausreichenden Nährboden für die kommenden 50 Jahre bietet. Es gibt zwei Optionen: 1. Wir lassen alles beim alten und durch Entkirchlichung, abnehmendes Interesse für klassische Musik, die zurückgehende Zahl von Orgelstudenten und Orgelkonzertbesuchern versinkt die Orgelkultur langsam in Vergessenheit. 2. Dadurch, dass man die Augen vor den Entwicklungen nicht verschließt, wird einem gerade deshalb die Dringlichkeit bewusst. Wir müssen sehr wohl Initiative ergreifen, denn anders lässt sich die Entwicklung nicht aufhalten.
Wir wissen noch nicht, wo es hingehen soll, wie es ausschauen soll. Aber es müssen Deiche aufgeworfen werden, Windmühlen aufgestellt werden, Flüsse müsen wieder frei strömen können, denn wir können nicht warten, bis es schiefgeht. Es wird anders als in den vergangenen 50 Jahren aussehen. Aber wir hegen und pflegen den großen Wert unseres Orgelschatzes, was uns antreiben sollte, neue Wege zu finden.
Die Orgel wird mehr im Zusammenhang mit anderen Kunstformen und anderen Kunstdisziplinen eingesetzt werden müsen.
Um ein neues Publikum zu erreichen, ist es wichtiger in die Erziehung zu investieren. Die Notwendigkeit dazu spürt man überall: an vielen Orten in Europa entstehen Projekte, um Kinder und ihre Eltern (die häufig schwieriger zu gewinnen sind) über die Schule, örtliche Organisationen und Festivals für die Orgel zu gewinnen. Wir müssen unsere Kreativität einsetzen um dafür zu sorgen, dass die Orgel am Klingen bleibt, und dazu müssen wir unsere Kräfte bündeln. Denn auch wenn das Interesse zurückgeht, an der Orgel an und für sich liegt es nicht: es ist ein fantastisches Instrument, das noch viele Generationen inspirieren kann.




Reitze Smits während seinen Vortrag. Foto: Jan Smelik