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Tjeerd van der Ploeg Pablo Bruna, ‘der Blinde aus Daroca’. Zum 400. Geburtstag eines spanischen Komponisten-Organisten
Het ORGEL 107 (2011), nr. 6, xx-xx [Zusammenfassung]


Pablo Bruna wurde am 22. Juni 1611 im spanischens Ort Daroca geboren. Als er ein oder fünf Jahre alt war, erblindete er in Folge der Pocken. Dies verlieh im später den Beinamen “el Ciego de Daroca” (der Blinde von Daroca). Über seine musikalische Ausbildung ist wenig bekannt. Möglicherweise studierte Bruna bei Sebastián Aguilera de Heredia, dem wichtigsten spanischen Organisten zwischen António de Cabezón und Francisco Correa de Arauxo. Im Artikel wird auf die auffälligen kompositorischen Gemeinsamkeiten zwischen den Werken von Bruna und denen von Aguilera eingegangen. Sie gehören beide unverkennbar zur selben aragoneser Orgelschule mit einem deutlich eigenen und erkennbaren Kompositionsstil.
1628 wurde der sechzehnjährige Pablo Organist der Santa Iglesia Colegial de Santa María la Mayor y de los Corporales (kurz: La Colegial) in Daroca. Anfangs handelte es sich um eine befristete Anstellung, die 1631 endgültig wurde. Bruna bekleidete diesen Posten bis zu seinem Tode im Jahre 1679.
Die zweimanualige Orgel der Colegial wurde ursprünglich zwischen 1488 und 1498 durch Pascal Mallén erbaut, mit späteren Erweiterungen aus dem Jahre 1511 von Juan de Córdoba. 1597 arbeitete der berühmte spanische Orgelbauer Guillaume de Lupe an der Orgel.
Im Artikel wird ausführlich auf Quellen und Ausgaben von Brunas Orgelwerk eingegangen. Ebenso werden seine Werke mit denen von Aguilera und Correa de Arauxo verglichen. Die Bedeutung von Pablo Bruna liegt ausschließlich in seiner Musik. Theoretische Schriften, wie wir sie u.a. von (Hernando) de Cabezón (1541-1602), Tomás de Sancta María (1510-1570), Juan Bermudo (1510-1565) oder Correa kennen, hat Bruna nicht hinterlassen.



Daroca Marienkirche