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Martin Moree Karl Straube und seine Rolle in der Leipziger Orgelbewegung. Ein erster Streifzug
Het ORGEL 107 (2011), nr. 3, 20-31 [Zusammenfassung]


 
Karl Straube ist als Promotor der spätromantischen Orgelkultur im allgemeinen und der Musik Max Regers im besonderen bekannt. Dieses Bild bedarf einiger Korrekturen, denn Straubes romantische Periode war relativ schnell vorbei: durch die Begegnung mit historischen Orgeln eröffnete sich für ihn eine völlig neue Klangwelt, die ihm offenbar bisher noch unbekannt war.
Diese Umorientierung lässt erkennen, dass Straube ganz Kind seiner Zeit war und vollauf der Orgelbewegung anhing, nicht nur allein durch seine Umorientierung zur alten Musik, sondern auch durch sein zunehmendes Interesse an der entstehenden neuen Musik. Ein bis heute zu wenig beachteter Aspekt von Straubes Tätigkeiten ist seine Bedeutung als Dozent von Kompositionsstudenten. Zu seinen Studenten gehörten Günther Ramin, Niels Otto Raasted, Eberhard Wenzel, Johannes Weyrauch und die Gebrüder Mauersberger.
Auf der Basis der veröffentlichten Quellen bekommt man nur ein fragmentarisches Bild von Straubes Beziehung zu seinen Studenten, wenn es um seinen Einfluss auf ihre Kompositionen geht. In diesen Fragmenten (besonders seinen Briefen) lernen wir einen Straube kennen, der die jüngere Generation zum Komponieren ermutigt, sich aber auch nicht mit strenger Kritik zurückhält. Weiterführende Untersuchungen sollten mehr Licht auf die Beziehung zwischen Straube und seinen Kompositionsstudenten werfen.