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Maxim Serebrennikov Orgelwerk von Kirchhoff entdeckt. 325. Geburtstag von Gottfried Kirchhoff
Het ORGEL 106 (2010), nr. 6, 4-11 [Zusammenfassung]


Neben den großen Namen wie Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel gab es noch weit mehr Komponisten und Organisten, die einen Beitrag zur deutschen Musikkultur des Barock geliefert haben. Einer davon war Gottfried Kirchhoff (1685-1746). Er war von 1714 bis zu seinem Tod Musikdirektor und Organist an der Marktkirche Unser Lieben Frauen in Halle (Saale). Obwohl er wahrscheinlich ein äußerst umfangreiches Oeuvre verfasst hat, sind von ihm nur etwa zehn Kompositionen überliefert. In den vergangenen Jahren wurden einige entdeckt. Manchmal waren es Werke, die lange Zeit einem anderen Komponisten zugeschrieben wurden. Ein Beispiel dafür ist das Praeludium und Fuge in c-Moll aus dem Mylauer Tabulatuurboek (ca. 1725). Diese Komposition wurde seit der Entdeckung dieses Buches 1910 Johann Pachelbel zugeschrieben. Das Fugenthema wird aber auch im Werk Abhandlung von der Fuge von Friedrich Wilhelm Marpurg (1718–1795) zitiert, wo es Kirchhoff zugeschrieben wird. Dass Kirchhoff wirklich der Komponist von diesem Werk ist, wird durch die Tatsache unterstützt, dass das Thema im L’A.B.C. Musical (ca. 1734) von Kirchhoff verwendet wird. Auch die Analyse der stilistischen Eigenschaften dieser Komposition liefert triftige Argumente, dieses Werk Kirchhoff zuzuschreiben.

Über diesen Link können Sie sich eine Ausarbeitung der ursprünglichen Notation downloaden, wobei die ursprüngliche Textur beider Werke – wo möglich – vierstimmig gesetzt wurde.