Jan Luth Calvin, Calvinisten und die Orgel
Het ORGEL 104 (2009), nr. 6, xx-xx [Zusammenfassung]

Der Reformator Johannes Calvin war der Meinung, dass man in der Liturgie keine Instrumente gebrauchen und auch nicht mehrstimmig musizieren durfte. Ihm zufolge verbietet der Apostel Paulus in 1 Korinther 14, Vers 16 auf andere Art und Weise in einem öffentlichen Gottesdienst als in einer bekannten Sprache zu danken. Zur “bekannten Sprache” gehörten nicht instrumentale Musik und die Mehrstimmigkeit; sie dienten nicht der Erbauung der Gemeinde. Obendrein fand Calvin, dass liturgische instrumentale Musik ins Alte Testament gehörte und nicht ins Neue. Auch war er der Meinung, dass es sich gehöre, dass nicht die instrumentale Musik sondern die menschliche Stimme den Vorrang haben sollte. Calvins Ansichten bezüglich des (liturgischen) Gebrauchs von Instrumenten gab es bereits seit dem frühen Christentum und später auch bei den Humanisten und den Katholiken. Das Ablehnen von Instrumenten war also nichts besonderes und in jedem Fall nicht typisch calvinistisch.
Die Mehrheit der niederländisch-calvinistischen Kirchen hat sich durchweg dem Gebrauch der Orgel im Gottesdients widersetzt. Neben anderen Argumenten wurde vor allem Calvins Auslegung von1 Korinther 14 angeführt, um Orgeln und Orgelmusik aus dem Gottesdienst fernzuhalten.