Jan Dirk Wassenaar Mit dem Ohr wahrnehmbare Fußspuren Gottes. Der protestantische Theologe Oepke Noordmans und die Orgel
Het ORGEL 104 (2009), nr. 1, 38-43 [Zusammenfassung]

Von Jugend an war Oepke Noordmans (1871-1956), der gern der ‘genialste reformatorische Theologe der Niederlande’ genannt wird, mit der Orgel vertraut. In seinem Elternhaus – und später im Pfarrhaus von Noordmans – stand eine Orgel, der der Orgelbauer als ‘Zugabe’ drei große 16-Fuß-Pfeifen zugefügt hatte. Als Noordmans Pfarrer war, gebrauchte er in einer Predigt diese Orgelpfeifen als Bild für die Trias ‘Glaube, Hoffnung und Liebe’ aus 1 Korinther 13. Die Orgel spielte eine Rolle in der Diskussion über Liturgie, die am Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts geführt wurde und in der Noordmans als Opponent von Gerardus van der Leeuw eine Hauptrolle spielte. Einerseits erkannte Noordmans den Wert der Orgel als liturgisches Instrument an. Nachdem er ein Orgelwerk von Bach in der Grote Kerk in Arnhem gehört hatte, schrieb er: “Ich habe in meinem Leben nichts gehört, was mir so die Empfindung von mit dem Ohr wahrnehmbaren Fußspuren Gottes gab.”
Andererseits muss nach Noordmans im Gottesdienst der ‘Dienst des Wortes’ (die Predigt) im Mittelpunkt stehen bleiben. Er fand es nicht berechtigt, den Organisten zu einer Art ‘Evangelienverkünder’ neben dem Pfarrer zu machen.
 


 


Die Hausorgel von Oepke Noordmans