Auke Hendrik Vlagsma Vier ehemalige Orgeln in Dordrecht
Het ORGEL 104 (2008), nr. 5, 4-15 [Zusammenfassung]

Die Stadt Dordrecht, seit jeher eine Handelsstadt mit internationalen Verbindungen, besitzt eine sehr reiche Orgelgeschichte, an der Orgelbauer aus dem In- und Ausland beteiligt waren. Im Stadtarchiv von Dordrecht befindet sich viel Material über die Orgelgeschichte der Stadt, das Einsicht in den holländischen Orgelbau gibt.
Auf der Basis von Archivmaterial wird die Geschichte von vier ehemaligen Orgeln in Dordrecht beschrieben.
Die Augustinerkirche besaß schon um 1550 eine Orgel, die im siebzehnten Jahrhundert modernisiert wurde. Aber es sind darüber keine näheren Angaben bekannt. 1775 wurde sie durch ein neues Instrument von Hendrik Hermann Hess ersetzt, das bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts seinen Dienst tat.
In der lutherische Kirche wurde 1733 die erste Orgel durch Vitus Wiegleb und Jan Christoffel Smit gebaut. Das Instrument wurde Ende des achtzehnten Jahrhunderts durch eine Orgel von Andries Wolfferts ersetzt, wobei er Teile aus der alten Wiegleb-Orgel gebrauchte.
Thomas Houden aus Ratingen (bei Düsseldorf) baute 1728 ein Instrument für die wallonische Kirche. Ein Briefwechsel zwischen dem Kirchenrat und den Beratern Aeneas Veldcamps und Francois Pitton ist erhalten geblieben. Aus den Briefen wird deutlich, wieviel diese Organisten über ihre Orgeln und den Orgelbau im eigenen Land wussten und dass sie anderen Einflüssen gegenüber abgeneigt waren. Die Houden-Orgel wurde 1880 durch eine neue Orgel von Camille Loret aus Mechelen ersetzt.