Matthias Schneider Stylus phantasticus und Buxtehudes Orgelmusik
Het ORGEL 103 (2007), nr. 4, 22-29 [Zusammenfassung]

Buxtehudes Orgelmusik und der stylus phantasticus werden oft in einem Atemzug genannt. Es bestand lange Unklarheit darüber, was man unter “stylus phantasticus” zu verstehen hatte. Pauschal gesagt sind zwei Interpretationen (Definitionen) zu unterscheiden: der Begriff bezieht sich auf das Werk des Komponisten oder auf die Freiheiten, die der ausführende Musiker besonders bei frei-improvisatorischen Passagen hat. Für die letzte Interpretation wird häufig auf die Definition aus Johann Mathessons Der vollkommene Capelmeister (1739) verwiesen, wo der Begriff vor allem Bezug zu den Freiheiten des ausführenden Musikers hat. Im Artikel wird dargelegt, dass “stylus phantasticus” jedoch mehr Bezug zu den Freiheiten hat, die der Komponist hat, einem Werk Form zu geben. Dabei wird auf die Definitionen von Thomas Morley (1597), Michael Praetorius (1619) und Athanasius Kircher (1650) verwiesen.

Preludium in a (BuxWV 152) Lowell Mason Library (EB 1688)