Kees Weggelaar Zehn Jahre nach dem Tod von Cor Kee („Ein musikalischer Gigant“)
Het ORGEL 103 (2007), nr. 3, 20-32 [Zusammenfassung]

Photo: Archiv Het Orgel

Der Niederländische Organist, Komponist und Improvisator Cor Kee (1900-1997) war ein vielseitiger Mensch mit einem weit gefächerten (musik)kulturellen Interesse. In seinem Werk kamen verschiedene Strömungen der niederländischen Orgelkultur des 20. Jh. Zusammen. Kee kam aus der romantisch orientierten Orgelschule von Jan Zwart. Diese Herkunft hat er nie verleugnet, obwohl er nach dem Zweiten Weltkrieg neue Wege einschlug. Seine Weitsicht konfrontierte junge Organisten auf inspirierende Weise mit neuen Richtungen, mit denen er sich in späteren Jahren vertraut gemacht hat. Was musikalische Neuerungen anbelangt stand Kee sicher nicht in der ersten Reihe seiner Zeit; diese Plätze wurden bereits durch die internationale Avantgarde eingenommen (Boulez, Ligeti, Kagel, Cage). Vor allem in seiner Position als genialer Improvisationslehrer hat Kee bei Amateuren und professionellen Musikern dadurch ein gesundes musikalisches Bewusstsein entwickelt, dass er sich seiner selbst bewusst war und immer empfänglich war für moderne Strömungen. Darüber hinaus besaß Kee eine gesunde innerliche Balance gegenüber der romantischen und alten bzw. älteren Musik und wusste inspirierend und stimulierend aufzutreten. Diese frische Haltung wird auch in seinem kompositorischen Werk deutlich. Typisch ist die „nüchterne Klarheit“ mit der Kee das musikalische Material ordnet und verarbeitet. Und obwohl in seinem späten Werk manchmal eine sichere Forciertheit und manchmal Naivität festzustellen ist, verdient sein Oeuvre mehr Aufmerksamkeit als ihm bis heute zuteil wurde.